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Baugemeinschaft sucht Gleichgesinnte für die Alte Weberei Lustnau Tübingen

Leben in Lustnau

Geschichte, Lage und Charakter

Lustnau ist der größte Tübinger Stadtteil mit über 10 000 Einwohnern. Einen großen Anteil stellen dabei Studierende und Akademiker dar, die die direkte Nähe zur Universität in Verbindung mit einem dörflichen Charakter mit städtischer Versorgungslage schätzen.

Klosterhof Lustnau
Klosterhof Lustnau

Die ersten geschichtlichen Zeugnisse liegen in der heutigen Weiherhaldenstraße und Nürtinger Straße, also oberhalb und mitten im ehemaligen Egeria-Gebiet. Das Patronat der Kirche „St. Martin“ stützt die Annahme einer frühen Kirche zur Karolingerzeit. Erste urkundliche Erwähnung erfolgt allerdings erst im Jahr 1100 auf: Als Zeuge bei einer Schenkungsurkunde wird ein Udalricus de Lustnow erwähnt, die Familie ist bis ins 15. Jahrhundert belegt und hatte ihren Sitz vermutlich „Auf der Burg“, wie die kleine Querstraße zur Kreuzstraße heute heißt. Diese Ministerialen der Pfalzgrafen von Tübingen pflegten enge Verbindung zum benachbarten Kloster Bebenhausen und machte diesem viele Schenkungen, bis schließlich die Zisterzienser es ganz der Klosterpflege unterstellten. Nach der Aufhebung des Klosters in der Reformation (1534) siedelte der Klostervogt nach Lustnau um in den Klosterhof, der heute als Therapiezentrum der Drogenhilfe Tübingen genutzt wird.

Obwohl es zeitweise ein eigenständiges Dorf war, führte Lustnau kein eigenes Wappen, aber im verwendeten Ortssiegel findet sich der Hirschkopf als Erinnerung an das Wappen der (ausgestorbenen) Herren von Lustnau. Als Erkennungszeichen musste ansonsten ein „L“ ausreichen.
Lustnau war ein recht großes Dorf mit einer Kernbesiedelung (seit Römertagen) um die Kirche herum (erste Erwähnung 1120, heutiger Bau von 1495), hoch über dem damals hochwassergefährdetem Neckar auf einem Sporn des Herrlesberg , inmitten von Ackerbauflächen und Weingärten. Letztere wurden im 19. Jahrhundert – wie im ganzen Raum Tübingen üblich – von Hopfenanbau abgelöst, der jedoch im 20. Jhd. wieder aufgegeben wurde, und von Streuobstwiesen, die sich in den nicht bebauten Flächen noch immer halten.

Die Lage zwischen Wald und Steinbrüchen, Lehmgruben und Kiesbänken des Neckars bestimmte die Zusammensetzung der örtlichen Handwerker, und auch heute noch fallen einem die hohe Zahl kleinerer Handwerksbetriebe ins Auge.
Das 20. Jahrhundert brachte jedoch vor allem Industrie ins Dorf, so eben gerade die Frottierweberei, die 1911 erbaut wurde. Sie lag damals noch direkt am Neckarufer, der heutigen Nürtinger Straße. Die Neckarregulierung der 30er Jahre versetzte das Flussbett weiter südlich, so dass neues Land entstand, auf dem weitere Produktionsstätten entstanden – heute der südliche Teil des neuen Viertels Alte Weberei. Die geschlossene Dorfstruktur wollten sich die Lustnauer auch durch die Zwangseingliederung nach Tübingen 1934 (zu dem Zeitpunkt stand das industriell und handwerklich gut aufgestellte Lustnau finanziell besser da als die Universitätsstadt) nicht nehmen lassen. Dass es alle zwei Jahre ein „Dorffest“ gibt und nicht wie anderswo ein Stadtteilfest, ist noch Relikt davon. Und auch das rege Vereinsleben zeugt von einem festen Zusammenhalt.

ev. Kirche Lustnau
ev. Kirche Lustnau

Vereine

Das Lustnauer Leben wird von den Vereinen geprägt: Turnverein, Liederkranz, Musikverein und Pfadfinder sind klassische Zusammenschlüsse, es gibt aber auch ein Jugendhaus, Fasnetsverein, ProCane und nicht zuletzt das Stadtteilforum Lustnau, das bürgerschaftliches Engagement für das Dorf voranbringt.

Kirchen in Lustnau

Kirchlich gesehen arbeitet die evangelische Gemeinde als „Pfarramt Süd“ mit Sitz im Pfarrhaus „Steige 3“ und als „Pfarramt Nord-Bebenhausen“ mit Sitz in der Neuhaldenstraße 10/1 mit dem Nachbarort eng zusammen. Sie gehören beide zum Distrikt Tübingen.

Die katholische Gemeinde St. Petrus wurde 1955 gegründet. Sie gehört zur Seelsorgeeinheit Tübingen und ist schon allein dadurch mit der Gemeinde St. Paulus eng verbunden, dass sie sich denselben Pfarrer teilen. Kennzeichnend ist die direkte Nachbarschaft des neu wieder aufgebauten Altenzentrums Luise-Poloni-Heim, das 45 Jahre lang von Carlo-Steeb-Schwestern geführt worden war.

Kindergärten und Schulen

Lustnau für Kinder
Lustnau für Kinder

In Lustnau fallen auch im Dorfkern viele Grünflächen und Spielplätze auf, die für Krabbelkinder so geeignet sind wie für Kids im Teenager-Alter.

Durch die Bevölkerungsstruktur mit vielen studentischen und berufstätigen Müttern gibt es in Lustnau einen großen Bedarf an Kindertagesstätten und Kindergärten. Einige bieten Plätze ab 1 Jahr bis zum Eintritt in den Kindergarten (Neuhaldenstraße, Lumi, Lustnauer Kinderkiste), allerdings nur an einigen Tagen der Woche und in eigenes Trägerschaft. Keines bietet nur Plätze im klassischen Kindergartenalter an, die anderen Kindergärten haben alle beide Altersgruppen im Blick (Herrlesberg, Kirchplatz, Neuhalden, Paula-Zundel). Auch Betreuungszeiten für Schulkinder sind vorhanden (Paula Zundel, Schulkindbetreuung der beiden Grundschulen).

Die größere Schule in Lustnau ist die Dorfackerschule, eine Grundschule als Ganztagesschule mit einem breiten Angebot an verlässlichen Betreuungsmöglichkeiten. Durch ihre zentrale Lage im Ortskern ist sie von allen Seiten gut erreichbar.
Die Köstlinschule ist eine Außenstelle und liegt an der Ecke Wilhelmsstraße/Nordring, ihr Einzugsgebiet ist für die Familien am Denzenberg ausgerichtet. Auch hier gibt es Betreuungsangebote. Für die weiterbildenden Schulen bietet Tübingen ein reiches Angebot, durch gut ausgebaute Fahrradwege und ein dichtes Nahverkehrsnetz keine logistische Herausforderung.

Lustnauer Zentrum
Lustnauer Zentrum

Handel und Gewerbe

Wichtiges Zentrum für Lustnau ist das Lustnauer Zentrum an der unteren Dorfackerstraße: Hier finden sich auf engstem Raum Bäckerei und Mezgerei, Supermarkt, Apotheke, diverse Arztpraxen und in enger räumlicher Nähe Volksbank- und Kreissparkassenfilialen, Café, Friseur, Floristik …




Gastronomie

Gastronomie: Biergarten in Lustnau
Gastronomie: Biergarten in Lustnau

In Lustnau gibt es vom italienischen Pizzadienst bis zum gutbürgerlichen Hotel die ganze Bandbreite an Kulinarik. Berühmt ist insbesondere das kulinarische Dreieck an der Äulestraße/Alberstraße mit der „Rose“ mit dem urigen Biergarten, der Pizzeria Vesuvio und der „Lustnauer Mühle“. Das Hotel Krone bietet schwäbische Küche, das Hendlhaus ist ein Wienerwald-Nachfolger, in der Pfrondorfer Straße findet sich ein chinesisches Restaurant, und das Basilikum in der Kreuzstraße steht für gehobene italienische Küche – keine Pizzeria! Ebenfalls einen guten Ruf erworben hat sich in jüngster Zeit das Waldhorn am Ende der Dorfstraße mit feiner Gourmetküche und gut bürgerlichen Wurzeln.